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Starkregen mit Tool zur Überflutungsvorsorge entschärfen?

Seit dem Starkregen mitsamt Überflutungen im Juli wird auf vielen Ebenen diskutiert. Dass der Klimawandel schuld sei, bestreitet kaum einer mehr. Auch häufen sich die Meldungen, dass es Abstimmungsprobleme gab. Deshalb richten viele auch den Blick nach vorn. Die Überflutungssicherheit wird als eine der zentralen Herausforderungen für die Siedlungsentwässerung angesehen. Die Hochschulen Weihenstephan-Triesdorf und Mainz berichten von einem neuen Beratungstool für Kommunen.

Demnach haben die Hochschulen in einem vom Bundesumweltministerium geförderten und kürzlich abgeschlossenen Verbundprojekt namens „Anreizsysteme für die kommunale Überflutungsvorsorge (AKUT)“ zusammen mit Praxis- und kommunalen Partnern ein Tool entwickelt, das dabei unterstützt, Überflutungsschäden in Kommunen vorzubeugen. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, alle zusammenzubringen, Zielkonflikte zu überwinden und gemeinsam effiziente Gesamtlösungen zu generieren.

Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe

Wesentliche Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit sei ein Verständnis der Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe, die nur gemeinsam bewältigt werden könne, berichten die Hochschulen. Derzeit fehle bei Einzelnen die Bereitschaft, sich einem optimierten Gesamtlösungsprozess unterzuordnen: „Hierbei mangelt es häufig an entsprechenden Anreizen.“

Ein im Projekt entwickeltes Beratungstool namens „AKUT“ soll nun Kommunen dabei unterstützen, geeignete Vorkehrungen zu identifizieren und so der lokalen Politik die Entscheidung über umzusetzende Maßnahmen erleichtern. „Das Tool kann nach kurzer Einarbeitung auch ohne IT-Fachwissen genutzt werden“, berichten die Hochschulen.

Zunächst müssen Überflutungsschutzmaßnahmen zur Rückhaltung, beispielsweise Becken, Mulden, Flächen oder Ableitungen, auf einer interaktiven Karte eingetragen werden. AKUT bestimmt anschließend in einem mathematischen Modell eine optimale Auswahl aus möglichen Maßnahmen. Ergebnis ist eine Handlungsstrategie als Kombination baulicher Maßnahmen inklusive der zugehörigen Kosten und erforderlichen Anreize. Auf Karten vor und nach der Optimierung ist die zu erwartende Wirkung auf die Gefährdungslage abzulesen.

Testlauf in Abwasserplanungs-Zweckverband

Abgesehen von den Projektpartnern – Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land, Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße in Hessen und Gemeinde Elxleben in Thüringen – wird AKUT jetzt im Rahmen von Studierendenprojekten mit Gemeinden getestet, berichtet Christine Dötzer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Zudem nutze seit Anfang Mai ein weiterer Abwasserplanungs-Zweckverband das Tool in einem ersten Testlauf für eine Gemeinde. Im Erfolgsfall soll es auf rund fünfzig betreute Gemeinden ausgeweitet werden.

Foto: Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

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