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Starke Woche für den Schutz von Klima und Natur

Drei Deutsche erhielten jetzt in kurzer Folge Preise, die auch dafür stehen, dass Klimaschutz und Naturschutz an Beachtung gewinnen. Zuerst der Nobelpreis für Physik für Professor Klaus Hasselmann, dann der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für Professorin Katrin Böhning-Gaese und Professor Hans Joosten.

Böhning-Gaese und Joosten erhielten ihren Preis gestern von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Man müsse „mit dem Irrtum aufräumen, Klima-, Arten- und Umweltschutz hätten vor allem mit Verzicht, Enthaltsamkeit und Freudlosigkeit zu tun“, sagte er. Das Gegenteil sei der Fall. Der ökologische Wandel ermögliche mehr Freiheit durch Mobilität, die keine Umweltressourcen verbraucht, und mache unabhängig vom konfliktträchtigen Abbau fossiler Brennstoffe.

Biologische Vielfalt erhalten und Erderwärmung stoppen

„Er erspart uns Umweltkrankheiten und lässt uns gesünder und länger leben, er öffnet uns und denen, die nach uns kommen, eine gute Zukunft“, sagte der Bundespräsident weiter. Er freue sich, eine Wissenschaftlerin und einen Wissenschaftler auszuzeichnen, die auf dem weiten Feld des Klima- und Artenschutzes Herausragendes geleistet hätten: „Beide wecken Bewusstsein dafür, was alles nötig ist, um die biologische Vielfalt zu erhalten und die Erderwärmung zu stoppen.“

Katrin Böhning-Gaese, die Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums ist, hat sich als Biodiversitätsforscherin einen international herausragenden Namen auf dem Gebiet der Makroökologie gemacht. Mit den Methoden dieses Forschungsgebiets untersucht sie ökologische Zusammenhänge nicht nur lokal und regional, sondern darüber hinaus auch kontinental und sogar global sowie in unterschiedlichen Zeitskalen.

Ihr Ziel ist es, zum einen die hochkomplexen Folgen von Klima- und Landnutzungswandel für Biodiversität und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen zu erforschen. Zum anderen ist die Professorin der Frankfurter Goethe-Universität bestrebt, Auswirkungen von Umweltveränderungen auf Ökosysteme in den nächsten Jahrzehnten so genau wie möglich vorherzusagen, damit auch mögliche Folgen für den Menschen.

Entwässerung von Moorböden heizt Klimawandel an

Der Moorkundler Hans Joosten erhält den Preis für seine Forschung und seinen jahrzehntelangen Kampf gegen Moor-Entwässerung und damit für mehr Klimaschutz. Nach seinem Biologie-Studium und verschiedenen wissenschaftlichen Stationen in den Niederlanden war er 1996 an das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald gewechselt. Dort hat er seitdem bis zu seinem gerade begonnenen Ruhestand geforscht und gelehrt.

Mit dem Umweltpreis für Joosten erkenne die Stiftung an, wie wichtig Moore für den Klimaschutz Moore sind, sagte ihr Generalsekretär Alexander Bonde: Weil sie auf drei Prozent der Landfläche der Erde doppelt so viel Kohlenstoff in ihren Torfen speichern wie alle Wälder der Welt auf rund 30 Prozent der Landfläche in ihrer Biomasse. In den Mooren der Welt haben sich nach Joostens Worten über Tausende Jahre rund 600 Gigatonnen, also 600 Milliarden Tonnen, Kohlenstoff angesammelt, mehr als die gesamte Biomasse der Erde.

Joosten warnt aber, dass die Entwässerung von Moorböden, vor allem für land- und forstwirtschaftliche Nutzung, den Klimawandel anheizt, weil dadurch enorme Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden. Denn das Moor zersetzt sich, gibt CO2 frei, der Treibhausgas-Ausstoß steigt, damit auch die Klimagefahr. Joosten zufolge sind Treibhausgas-Emissionen aus entwässerten Mooren bundesweit für sechs bis sieben Prozent der gesamten deutschen Emissionen verantwortlich: „Mehr als der gesamte in Deutschland startende Flugverkehr“, so der Moorkundler.

Modelle liefern trotz kurzfristiger Wetterschwankungen zuverlässige Vorhersagen

Für sein Engagement für das Klima wurde auch Klaus Hasselmann Anfang vergangener Woche mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie bekommt ihn gemeinsam mit Syukuro Manabe aus den USA und Giorgio Parisi aus Italien verliehen. Hasselmann und Manabe werden damit für ihre Beiträge zur Klimaforschung ausgezeichnet.

Der Physiker hat unter anderem ein Modell entwickelt, wie Wetter und Klima zusammenhängen, wie also kurzfristige Phänomene wie Niederschläge mit langfristigen Entwicklungen wie Ozeanströmungen wechselwirken. Er lieferte so Belege, warum Klimamodelle trotz kurzfristiger Wetterschwankungen zuverlässige Vorhersagen liefern können. Auf diese Weise wies er den Zusammenhang zwischen dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der Erderwärmung nach.

Fotos: MPI für Meteorologie/Senckenberg/Uni Greifswald

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