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Der Tag ist gerettet – dank Toilettenpapier

Mit diesem Satz lief heute ein junger Mann im Lebensmittelgeschäft an mir vorbei. Er hatte eine der wenigen Packungen Toilettenpapier ergattert. Zuvor war er im gefährlichen Abstand von einem halben Meter hektisch an mir vorbei gehetzt. Vielleicht ist er ein Vater junger Kinder, der wirklich Not hat. Dass aber eine unscheinbare Rolle Papier mal wegen einer Pandemie Kultstatus bekommen würde, und nur noch mit Trumps Konterfei bedruckte Ausgaben problemlos zu bekommen sind, erstaunlich. Laut Statistischem Bundesamt war die Nachfrage nach Toilettenpapier in der letzten Woche mehr als drei Mal so hoch wie üblich, plus 211 Prozent. Ende der 80er in Zeiten der Wende hatte die Banane eine ähnliche Sogwirkung. Das hat dann aber auch nachgelassen.

Die Papierrolle ist das Thema schlechthin. Weil sie Toilettenpapier aus Supermärkten gestohlen haben sollen, sucht die australische Polizei nach zwei Männern. Auf eBay werden einzelne Rollen für fünf Euro Startpreis als Auktion angeboten, plus Versandkosten. Ich schaue heute mal an der Börse nach dort gehandelten Unternehmen, die Toilettenpapier produzieren. Vielleicht kann ich von dem Hype ja noch profitieren. Die Aktie des Lieferdienstes HelloFresh geht aktuell steil. Und die Münchner Rückversicherungsgesellschaft, die alle Versicherungen absichert, hatte heute einen Kurssprung, nachdem die Regierung Milliardenbeschlüsse gefasst hat. Kein Wunder.

Markus Schulte

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