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Müllberge an Weihnachten, muss das sein?

Alle Jahre wieder: Nicht nur die schön eingepackten Geschenke unterm Tannenbaum an Weihnachten machen zusätzlichen Müll. Schon zuvor Kauf und Versand im Onlineshop, und dann die übliche Verpackung von Mode, Geräten und Co. – alles zusammen lässt in kurzer Zeit unsere Mülltonne überlaufen. Hinzu kommt, dass wir Deutschen beim Sammeln und Trennen von Abfall auf dem Weg zum Weltmeister sind. Im Jahr 2018 haben wir pro Kopf durchschnittlich 68 Kilogramm Verpackungsmüll getrennt vom Restmüll eingesammelt, berichtet das Statistische Bundesamt. Mit 5,7 Millionen Tonnen füllen wir so jährlich die gelbe Tonne, die Glas- und Papiercontainer oder vergleichbare Systeme.

Umweltbundesamt widerspricht „Märchen“ vom Verbrennen

Mit 30 Kilogramm pro Person hatten dabei die sogenannten Leichtverpackungen den größten Anteil am Müll der privaten Haushalte, so das Bundesamt weiter. Sie bestehen aus Kunststoffen, Leichtmetallen wie Aluminium oder Weißblech und Verbundmaterialien. Danach folgten die Glasverpackungen mit 22 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner und die Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton mit 16 Kilogramm pro Kopf.

Ganze 5,4 Millionen Tonnen sortierte Verpackungen landeten dann bei Abfallbehandlungsanlagen oder Verwerterbetrieben, 75 Prozent davon konnten recycelt werden. „Unsere Verpackungen werden in sehr großen Anteilen recycelt. Dem Märchen, es werde sowieso alles verbrannt, was in gelber Tonne oder gelbem Sack lande, kann ich in aller Deutlichkeit widersprechen“, sagt Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes.

Dass so viel gesammelt und verwertet wird, hat auch einen anderen Grund: Mittlerweile erfüllen fast 200000 Hersteller ihren Pflichten nach dem Verpackungsgesetz, das sind 140000 Hersteller mehr als noch vor vier Jahren, erklärt die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister. Mehr als 75 Prozent aller Verpackungen finanzieren das System mit gelber Tonne und gelbem Sack, tragen zu hohen Recyclingmengen bei, so die Stiftung.

Die neue Studie „Förderung des nachhaltigen Konsums durch digitale Produktinformationen“ aus dem Umweltbundesamt zeigt, dass mehr Umweltschutz bei Versandverpackungen möglich ist. Viele Produkte lassen sich zum Beispiel ohne Schaden in der Originalverpackung – ohne zusätzliche Versandverpackung – versenden. Mehrwegverpackungen, die von den Kundinnen und Kunden leer zurückgeschickt werden, sind ebenfalls sinnvoll. Insgesamt ließen sich der Studie zufolge bei den Versandhandelsverpackungen pro Jahr zwischen 180000 und 370000 Tonnen Verpackungsabfall einsparen. Dies entspricht einer Reduktion um 22 bis 45 Prozent.

Tipps gegen das Müllfiasko an Weihnachten

Aber das ändert nichts am Müllfiasko zu Weihnachten, das wir jedoch mit verantwortlichem Handeln verhindern können. Es gibt viele Ideen und praktische Tipps. Dazu gehören Verhaltensweisen wie weniger schenken, Gutscheine vergeben, Do it yourself statt etwas kaufen und alternative Geschenkpapiere. Das Umweltbundesamt sieht auch den Versandhandel in der Pflicht. Es sieht Potentiale zur Verpackungsvermeidung in Mehrweg-Versandverpackungen für den Onlinehandel, die kostenlos zurückgeschickt werden können.

Wie man an den Weihnachtstagen seinen Müll richtig trennt?
Hier gibt es gute Tipps:

Foto: Markus Schulte

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