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Ohne radikale Lösungen keine Klimaregierung

Die Würfel sind gefallen. Die Menschen in unserem Land haben einen neuen Bundestag gewählt. Gewinner der Reihenfolge nach sind die Grünen, die SPD und die FDP. Das lässt sich auch von den anderen Parteien und einem Kanzlerkandidaten nicht wegreden. Auch wenn jetzt erst mal der Koalitionspoker startet, die nächste Bundesregierung muss eine „Klimaregierung“ sein, um Annalena Baerbock von den Grünen zu zitieren.

In der Debatte wird es jetzt um den Weg gehen, ob Verbote oder Innovationen die Lösung unseres selbst verursachten Klimawandels sind? Das wird eine entscheidende Frage sein. Wie immer wird es einen Mittelweg geben. Auch geht es um die Generationenfrage. Junge Menschen haben bei dieser Wahl eindeutig die Grünen gewählt. Ein deutliches Zeichen war auch der Klimastreik am Freitag vor der Wahl.

Sinus-Milieus ordnen Menschen, ihre Interessen und ihr Verhalten ein

Aber richten wir doch mal den Blickwinkel anders aus. Unsere Gesellschaft setzt sich aus verschiedenen Milieus zusammen. Eine Möglichkeit, sie zu definieren, sind die Sinus-Milieus. Sie helfen uns, Menschen einzuordnen, ihre Interessen und ihr Verhalten zu verstehen.

Machen wir es uns doch mal noch einfacher, definieren wir drei Gruppen. Da sind die Menschen, die aus welchem Motiv auch immer schon lange ihr Leben so organisieren, dass sie im Alltag kaum CO2 entstehen lassen. Sei es durch den Verzicht auf Autos und Flüge in den Urlaub oder fleischloses Essen.

Dann gibt es die Menschen, die durch Schicksal oder schlechte Bildung und Ausbildung in armen Verhältnissen Leben. Das Thema Klimaschutz ist für sie weit weg, sie haben andere Sorgen. Und dann gibt es viele Menschen, die sich um Arbeit, Wohnen und viele andere Dinge keine Sorgen machen müssen, weil einfach alles gut läuft.

Lastenraddebatte offenbart prekäre Wertschätzung klimaschonender Lebensweisen

Was können wir von den Menschen in dieser recht einfachen Sortierung erwarten? Wie muss die Klimaregierung mit ihnen in den nächsten Jahren umgehen, damit Klimaschutz gelingt?

Menschen, die sich heute schon für ein klimafreundliches Leben einsetzen, brauchen Stärkung, Unterstützung, mehr Wertschätzung und Öffentlichkeit. Sie sind keine Exoten! Die teilweise polemische Debatte zuletzt über einen Lastenradbonus hat gezeigt, wie prekär die Sicht vieler Menschen auf die Lebensweisen ihrer klimaschonenden Mitmenschen noch ist.

Auch Menschen, die jeden Tag vor allem ihr Überleben im Blick haben, können einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. So gibt es immer wieder engagierte Projekte, mit denen zum Beispiel Jobcenter den Menschen, die Grundleistungen erhalten, Wege zum Energiesparen aufzeigen. Der Hebel ist hier das Geld, denn Energie wird, wie wir in diesen Tagen sehen, immer teurer. Es gibt hier bestimmt noch viele andere gute Ideen.

Innovationen und Elektroautos reichen nicht für den Erfolg einer Klimaregierung

Gespannt bin ich, wie die Klimaregierung, wie auch immer sie besetzt sein wird, mit der großen Gruppe derer umgeht, denen mehr Klimaschutz sicher nicht weh täte, die sich aber auch gern darauf verlässt, dass die das da oben schon in den Griff bekommen.

Haushalte und Verkehr sind nach wie vor starke Kohlendioxid-Quellen. Die Deutschen lieben ihr Auto, sie fliegen gern in den Urlaub. Radikale Lösungen sind gefragt, um in kürzester Zeit starke CO2-Einsparungen zu erreichen. Allein auf Innovationen und Elektroautos zu setzen, das reicht nicht für den Erfolg einer Klimaregierung. Mehr Bildung auf allen Ebenen, um Einsicht in komplexe Probleme und Lösungen zu ermöglichen, ist neben Klimaschutz eine starke Herausforderung für die nächste Regierung!

Es bleibt spannend.

PS: Die Klimawandel-Leugner sind noch mal eine ganz spezielle Gruppe …

Foto: Hans Braxmeier auf Pixabay

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