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Post stoppt StreetScooter: Zukunft nicht bestanden

Die Deutsche Post will die Produktion des so genannten „StreetScooter“ noch 2020 einstellen. Entwickelt hatte das Fahrzeug die StreetScooter GmbH in Aachen, deren erklärtes Ziel es war, ein Elektroauto zum Preis von unter 10000 Euro auf den Markt zu bringen – angedachtes Einsatzgebiet die Kurzstrecke.

Nun soll nur noch die schon geplante Aufstockung der Elektromobilflotte der Post von zurzeit 11000 auf 15000 umgesetzt werden. Anschließend wird das Unternehmen für Erhalt und Reparatur der Flotte zuständig sein. Die StreetScooter GmbH erwirtschaftete 2018 einen Verlust von 70 Millionen Euro, 2019 waren es 100 Millionen.

Die Deutsche Post AG und die Stadt Aachen gehörten vor zehn Jahren zu den ersten Kunden. Im Dezember 2014 wurde das Unternehmen von der Deutschen Post AG aufgekauft und expandierte daraufhin. Das Ziel der Post, bis 2050 emissionsfrei zu wirtschaften, war eines der Motive für den Kauf. Die Elektrifizierung der Auslieferungsflotte war Kernbestandteil der Strategie dieses Plans.

Nachdem zuvor Verhandlungen mit anderen Automobilherstellern gescheitert waren, entschied sich die Post mit dem Kauf der StreetScooter GmbH, die Entwicklung in Eigenverantwortung voranzutreiben. Mit der Expansion stiegen die Fertigungszahlen von 1906 Fahrzeugen des Modells „StreetScooter Work“ im Jahr 2016 auf insgesamt 20000 Fahrzeuge jährlich ab 2018. Auch eine Partnerschaft mit dem Automobilkonzern Ford kam dazu. Die Unternehmen kooperierten von 2018 bis Ende 2019 bei der Produktion des Modells Work XL.

Seit Oktober 2019 versuchte die Post, das Unternehmen zu verkaufen, allerdings ohne Erfolg. Ungewiss ist nun ist die Zukunft für die rund 500 Beschäftigten. Deshalb hat sich jetzt Günther Schuh gemeldet, Professor an der RWTH Aachen, wo er die Idee zum StreetScooter entwickelt hatte. Schuh hat nach dem Verkauf mit der e.GO Mobile AG ein weiteres Unternehmen gegründet, das im Bereich Elektromobilität tätig ist. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte Schuh, dass er es sich unter den richtigen Konditionen vorstellen könne, das Unternehmen wieder zu übernehmen.

Foto: StreetScooter GmbH

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